{"id":2782,"date":"2020-11-19T15:14:40","date_gmt":"2020-11-19T14:14:40","guid":{"rendered":"http:\/\/s1073265861.online.de\/?p=2782"},"modified":"2024-12-16T14:40:49","modified_gmt":"2024-12-16T13:40:49","slug":"die-veste-heldburg-wird-denkort","status":"archive","type":"post","link":"https:\/\/schatzkammer-thueringen.de\/en\/die-veste-heldburg-wird-denkort\/","title":{"rendered":"Die Veste Heldburg wird DENKOrt"},"content":{"rendered":"<p>\u201eVor Ort zum DENKOrt \u2013 Th\u00fcringer Orte der Repression, Opposition und Zivilcourage in der DDR\u201c ist ein Bildungs- und Forschungsprojekt, welches vom Th\u00fcringer Archiv f\u00fcr Zeitgeschichte \u201eMatthias Domaschk\u201c (Th\u00fcrAZ) in Kooperation mit der Th\u00fcringer Staatskanzlei durchgef\u00fchrt wird und sich dieser Tradition des zivilgesellschaftlichen Engagements verpflichtet f\u00fchlt. In das DENKOrte-Projekt sollen insbesondere diejenigen Orte im l\u00e4ndlichen Raum und kleinst\u00e4dtischem Bereich Eingang finden, die bisher noch nicht im Ged\u00e4chtnis der Bev\u00f6lkerung vor Ort verankert sind und an denen die Geschichte repressiven, widerst\u00e4ndigen und zivilcouragierten Handelns w\u00e4hrend der Zeit der DDR vermittelt werden kann. Neben der Sensibilisierung der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr diese Orte, sollen die DENKOrte langfristig und nachhaltig zu kulturellen Begegnungsorten und\/ oder au\u00dferschulischen Lernorten entwickelt werden. Das DENKOrte-Projekt sieht zudem die Markierung aller projektrelevanten Orte vor, um die einzelnen Orte und deren Bedeutung ins \u00f6ffentliche Bewusstsein zu r\u00fccken.<\/p>\n<p>Im Projektzeitraum 2020 bis 2022 ist die Entwicklung von 8 DENKOrten angedacht. Die Burg steht in dem Projekt exemplarisch f\u00fcr den Bereich der DDR-Heimerziehung. Die Erfahrungen, die die Kinder auf der Heldburg gesammelt haben, das wie alle DDR-Kinderheime nicht in den Sozialverwaltungen angesiedelt, sondern dem Ministerium f\u00fcr Volksbildung unterstellt war, klaffen weit auseinander. Kern der Erarbeitung ist die Aufarbeitung der Geschichte der Veste Heldburg als DDR-Kinder-\/Sonderschulheim (1954\u20131982). Mit der Entwicklung der Veste Heldburg zu einem DENKOrt ist das Ziel verbunden, die Kinderheimgeschichte zu enttabuisieren, Verst\u00e4ndnis herzustellen und die Nutzung der Veste als Kinder- bzw. Sonderschulheim, in einem sensibel gestalteten Raum zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts fand ein Symposium statt, das Corona-bedingt digital abhalten wurde. Ausrichter war das Th\u00fcringer Archiv f\u00fcr Zeitgeschichte \u201eMattias Domaschk\u201c in Kooperation mit dem Deutschen Burgenmuseum und der Stiftung Th\u00fcringer Schl\u00f6sser und G\u00e4rten. Durch das gro\u00dfe Engagement der DENKOrt-Projektgruppe entstand f\u00fcr die Konferenz ein umfangreiches Programm, das mit Impulsreferaten aus den Bereichen Wissenschaft, Ethik, Medizin, Journalismus und Politik das Thema Kinderheime in der DDR und der BRD von allen Seiten beleuchtet. Das Programm beinhaltete folgende Beitr\u00e4ge:<\/p>\n<ol>\n<li><em>Gru\u00dfworte<\/em><br \/>\nAdina R\u00f6sch, Direktorin \/ Deutschen Burgenmuseums<\/li>\n<li><em>Einordnung der Geschichte der Anlage (Veste Heldburg)<\/em><br \/>\nFranz Nagel, Kunsthistoriker \/ Stiftung Th\u00fcringer Schl\u00f6sser und G\u00e4rten<\/li>\n<li><em>Verdr\u00e4ngte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik<\/em><br \/>\nPeter Wensiersky, Dokumentarfilmer und Fernsehjournalist, ab 1993 im Deutschland-Ressort des SPIEGEL<\/li>\n<li><em>(Zu)H\u00f6ren. Das Aufbrechen einer Erz\u00e4hlung.<\/em><br \/>\nManfred May, Bildender K\u00fcnstler und Kurator sowie Ansprechpartner im B\u00fcrgerkomitee des Landes Th\u00fcringen e.V. f\u00fcr den Kreis Betroffener der DDR-Heimerziehung<\/li>\n<li><em>Die Veste Heldburg im Grenzsperrgebiet der DDR<\/em><br \/>\nAnke Geier, Wissenschaftliche Mitarbeiterin \/ Landesbeauftragten des Freistaats Th\u00fcringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)<\/li>\n<li><em>Psychische Folgen nach Heimerziehung<\/em><br \/>\nRuth Ebbinghaus, Fach\u00e4rztin f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie, Begutachterin von Traumafolgest\u00f6rungen, begutachtete auch ehemalige Heimkinder der Veste Heldburg<\/li>\n<li><em>Sexualisierte Gewalt im Kontext von Heimunterbringung in DDR<\/em><br \/>\nDr. phil. Beate Mitzscherlich, Professorin an der Wests\u00e4chsischen Hochschule Zwickau f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie und Ethik im Gesundheitswesen, Autorin der Fallstudie \u201eSexueller Kindesmissbrauch in Institutionen und Familien in der DDR zu den Anh\u00f6rungen und Dokumenten der Aufarbeitungskommission\u201c<\/li>\n<li><em>Zum Umgang mit Geschichte am historischen Ort. Sonderausstellung Jugendwerkhof K\u00f6nigstein1949-1955<\/em><br \/>\nMaria Pretzschner, Museumsp\u00e4dagogin Festung K\u00f6nigstein GmbH, Kuratorin der Sonderausstellung \u201eDer Jugendwerkhof auf dem K\u00f6nigstein, 1949-1955\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Alle Beitr\u00e4ge sind \u00fcber die Homepage des Deutschen Burgenmuseums (<a href=\"http:\/\/www.deutschesburgenmuseum.de\">www.deutschesburgenmuseum.de<\/a>) oder den <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCl_jWVJ2-MPf5UOiMtB5V-g\">YouTube-Kanal<\/a> des Museums abrufbar. Im kommenden Jahr erscheint ein Tagungsband.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eVor Ort zum DENKOrt \u2013 Th\u00fcringer Orte der Repression, Opposition und Zivilcourage in der DDR\u201c ist ein Bildungs- und Forschungsprojekt, welches vom Th\u00fcringer Archiv f\u00fcr Zeitgeschichte \u201eMatthias Domaschk\u201c (Th\u00fcrAZ) in Kooperation mit der Th\u00fcringer Staatskanzlei durchgef\u00fchrt wird und sich dieser Tradition des zivilgesellschaftlichen Engagements verpflichtet f\u00fchlt. 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